Geschäftsführer FSV Bernau

Märkische Oderzeitung: Herr Herklotz, warum geht der FSV Bernau so einen Schritt, Sie haben doch Motor im Barnim schon fast überholt, wenn man sich anschaut, welche Ligen Sie alle besetzen?

Jens Herklotz: Es ist ein Schritt der Vernunft. Es geht ja auch nicht darum, wer macht mehr und wer weniger. Zugegeben, wir tun dies in Bernau ohne Not. Aber man muss vorausschauen. Wer weiß denn schon, wie es im Fußball in ein paar Jahren aussieht. Ob genug junge Leute da sind, wie dann die Wirtschaft aufgestellt ist und ob die Stadt noch Unterstützung geben kann. Wir betreten so Neuland, das ist uns klar, aber es muss sich etwas tun, um leistungsorientierten Fußball im Barnim zu sichern.

Wäre es für die Bernauer nicht sinnvoller, sich in der näheren Region nach Partnern umzusehen. Zepernick, Ahrensfelde oder andere?

Es erscheint sicher schwierig, sich mit dem Vorhaben FC Barnim zu identifizieren. Aber dies wird sich ändern, davon bin ich überzeugt. Wir sind ein Barnimer Verein, daher macht es wenig Sinn, sich Richtung Berlin zu orientieren. Daher auch der Name FC Barnim. Der bietet auch bessere Möglichkeiten der Vermarktung, das ist nicht unerheblich.

Sie sind sich also sicher, dass sich die Eberswalder Wirtschaft für Bernau engagiert?

Ja, ein FC Barnim würde aus der Gesamtregion unterstützt. So etwas kommt nicht von heute auf morgen, ich bin ja selbst Unternehmer. Dies haben wir im Vorfeld abgeklärt, so dass dieser Schritt unternommen werden kann. Die Sponsoren haben den Start sogar forciert. Dieses gegeneinander ausspielen von Ober- und Niederbarnim und die alten Zöpfe innerhalb einer Stadt müssen wir endlich mal vergessen. Sonst ist Männerfußball im Barnim auf Niveau der Brandenburgliga nicht zu stemmen.

Wie soll dann eigentlich der Spielbetrieb aussehen, wer spielt wo?

Die Männer-Spiele werden voraussichtlich alle in Bernau stattfinden. Vor allem gibt es in Rehberge ja ein Vereinsheim, in dem ein entsprechendes Vereinsleben gewährleistet ist. Das ist derzeit in Eberswalde ja leider nicht möglich. Wir haben die Kunstrasenfläche und es gibt hier ja auch noch stille Reserven auf dem Areal. Auch die Nähe zur Autobahn macht diesen Standort ideal. Bis zum 15.  Mai mussten alle Vereine für den Spielbetrieb melden. Falls es klappt, würden alle Startplätze von Motor und FSV Bernau bei den Männern dann als FC Barnim wahrgenommen. Wie es im Nachwuchs aussieht, ist zu klären. In der Barnimliga würde dann ein gemeinsames Team auflaufen. Wir haben nächste Woche Gespräche mit dem Landesverband in Cottbus, um alle Fragen der Zusammenlegung zu erörtern.